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Netflix – Jetzt mit Update (Mai 2026)

Ticker: NFLX | ISIN: US64110L1061 | WKN: 552484

Update Mai 2026

Die Zeit rast und mittlerweile wurde sogar Bing Bang Theorie aus Netflix entfernt. Gut eineinhalb Jahre sind vergangen seit ich diesen Beitrag geschrieben habe, Zeit also für ein Update. Netflix hat seitdem geliefert, und das konsequent.

Die aktuellen Zahlen (Q1 2026)

Im ersten Quartal 2026 erzielte Netflix einen Umsatz von 12,25 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 16,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die operative Marge kletterte auf 32,3 % und übertraf damit die eigene Planung. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,23 Dollar und schlug die Analystenerwartungen deutlich. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Netflix einen Umsatz zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Als ich den Beitrag schrieb, stand Netflix bei einem Jahresumsatz von 39 Milliarden Dollar. Innerhalb von nur eineinhalb Jahren ist man auf dem Weg zur 50-Milliarden-Marke. Das Wachstum ist real und konstant.

Zum Werbetier: Mein Case – mit einer ehrlichen Einschränkung

Im ursprünglichen Beitrag hatte ich darauf gesetzt, dass das werbefinanzierte Modell ein starker Wachstumstreiber wird und Netflix pro Nutzer in diesem Segment teilweise mehr verdient als mit klassischen Abos. Ein Teil der These hat sich bestätigt, aber ich muss ehrlich sein: Von einer Ablösung des Abo-Modells durch Werbeeinnahmen sind wir noch weit entfernt. 😉 2025 hat Netflix seinen Werbeumsatz auf über 1,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt, für 2026 wird erneut eine Verdopplung angepeilt. Gemessen am Gesamtumsatz von rund 45 Milliarden Dollar macht Werbung aber bisher lediglich rund 3 bis 4 Prozent aus. Netflix selbst bezeichnet Werbeeinnahmen derzeit noch als keinen wesentlichen Umsatzbestandteil. Das Wachstumstempo stimmt, aber es ist ein Marathon, kein Sprint.

Was sich hingegen klar bewahrheitet hat: Durch das günstigere Werbetier sind keine großen Kündigungswellen entstanden. Preissensible Nutzer wechseln das Modell, verlassen aber nicht die Plattform. Netflix behält seine Nutzerbasis und monetarisiert sie auf zwei Wegen gleichzeitig. Genau das war meine ursprüngliche These und sie trägt.

Inflation als zusätzlicher Rückenwind für das Werbetier

Etwas, das mich in den letzten Monaten zusätzlich beschäftigt: Ich glaube, dass steigende Lebenshaltungskosten – besonders in den USA aber auch weltweit – dem werbefinanzierten Modell weiteren Schub geben könnten. Das ist keine gesicherte Erkenntnis, eher eine persönliche Einschätzung. Aber die Datenlage gibt dieser Vermutung durchaus Gewicht.

Streaming-Preise sind in den USA 2025 um fast 20 % gestiegen. Netflix hat Anfang 2026 erneut alle Preisstufen erhöht. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie, dass inzwischen 68 % der US-Streaming-Nutzer ein werbefinanziertes Abo wählen, während dies vor zwei Jahren noch 46 % waren. Deloitte beschreibt das Werbetier bereits als primären Motor des Abonnentenwachstums, gerade weil viele Haushalte vorsichtiger mit ihren Ausgaben geworden sind.

Das Muster ist also klar: Jede Preiserhöhung beim werbefreien Abo treibt preissensible Nutzer automatisch in die günstigere Variante und die bleibt im Netflix-Ökosystem. Ich gehe davon aus, dass dieser Effekt bei anhaltend hohen Lebenshaltungskosten weiter zunehmen wird. Aktuell sieht es auf der Inflationsseite auch nicht wirklich nach Entspannung aus. Für Netflix ist das kein Problem, sondern eigentlich eine elegante Lösung: Die Nutzer bleiben, die Einnahmen fließen weiter, wenn auch über einen anderen Kanal.

Wir bleiben weiter investiert. Allerdings haben wir – glücklicherweise -relativ nah am Hoch die Position halbiert. Wenn die Aktie noch weitere 20 Prozent fallen sollte, werde ich mir die Zahlen und Gründe ansehen und ggf. wieder aufstocken.


Hier folgt der erste und alte Beitrag, auf den ich mich beziehe.

Zur Netflix Aktie bin ich relativ spät gekommen. Erst während der Corona-Phase, genauer gesagt im Juli 2020 habe ich mich dazu entschlossen, in den Streaming-Anbieter zu investieren. Irgendwie fand ich vorher keinen richtigen Einstieg und hielt sie immer für überbewertet, aber irgendwann habe ich mich einfach mal dazu durchgerungen und eine erste kleine Position gekauft. Beim Aktienkauf entscheiden wir uns gerne für Firmen, deren Produkte wir selber nutzen und Netflix war schon eine ganze Weile Bestandteil der familiären TV-Unterhaltung.

Up and Down

Nach dem Einstieg ging es recht flott auf über 500 EUR, nur um dann in 2022 deutlich Richtung Norden zu fallen. Das störte mich aber nicht, da ich mir sehr sicher war, dass sich die Aktie früher oder später wieder erholen würde. Leider habe ich diese Zeit nicht rechtzeitig für Nachkäufe genutzt, was im Rückblick als Fehler gewertet werden kann, bin ich doch von der Qualität des Unternehmens überzeugt gewesen und bin es immer noch. Ich habe meinen Fokus in dieser Zeit stärker darauf gelegt, zusätzliche Positionen an Dividendentiteln in unser Depot aufzunehmen, als den Tech-Anteil noch stärker auszubauen. Hat diese Entscheidung Rendite gekostet? Auf jeden Fall, allerdings hat es sich für mich zu diesem Zeitpunkt einfach richtig angefühlt, den Anteil an Dividendentitel im Depot stärker auszubauen. Für meine Anlegerpsyche war es wichtiger, sich weitere Dividendentitel ins Depot zu legen, die regelmäßig ein paar Euros in die Kasse spülen, als darauf zu hoffen, dass bereits hoch bewertete Techwerte weiter steigen. Aber wieder zurück zur Aktie des Beitrags.

Entwicklung, Quartalszahlen und Zukunftsaussichten

Die neuesten Ergebnisse haben es wieder einmal bestätigt, Netflix bleibt einer der dominierenden Akteure im Streaming-Markt. Nachdem gerade wieder die neuesten Quartalszahlen vorgestellt wurden, möchte ich einen Blick auf die Entwicklung der Abonnenten, Einnahmen und Gewinne sowie kurz auf die zukünftigen Perspektiven des Unternehmens eingehen und meine Gedanken dazu teilen.

Aktuelle Quartalszahlen und Ausblick

Im vierten Quartal 2024 legte Netflix erneut starke Zahlen vor

  • Umsatz: 10,2 Milliarden Dollar
  • Umsatz 2024: 39 Milliarden US-Dollar (+16 % im Vergleich zu 2023).
  • Gewinn: 1,87 Milliarden Dollar
  • Gewinn pro Aktie: 4,27 Dollar
  • Operative Marge: 27 % (+6 % gegenüber 2023)
  • Neue Abonnenten: 18,91 Millionen neue Nutzer, insgesamt 301,63 Millionen zahlende Abonnenten weltweit.

Die vorgelegten Zahlen lagen alle über den Erwartungen der Analysten.

Für das erste Quartal 2025 erwartet Netflix einen Umsatz von 10,4 Milliarden US-Dollar und eine operative Marge von 29 %.

Entwicklung von Umsatz, Gewinn und Nutzerzahlen (2014–2024)

Die folgende Tabelle zeigt die beeindruckende Wachstumsentwicklung von Netflix in den letzten zehn Jahren:

JahrUmsatz (Mrd. USD)Gewinn/Verlust (Mrd. USD)Abonnenten (Mio.)
20145,500,2757,4
20156,780,1270,8
20168,830,1689,1
201711,690,56110,6
201815,791,21139,3
201920,161,87167,1
202025,002,76203,7
202129,705,12221,8
202231,624,49230,7
202333,725,41277,0
202439,008,71301,6

Werbefinanziertes Modell vs. Abonnements: Wo verdient Netflix mehr?

Netflix bietet sowohl ein klassisches werbefreies Abo als auch eine günstigere, werbefinanzierte Variante an. Mich hat der Anteil der beiden Modelle interessiert und habe dazu folgende Zahlen gefunden.

  • Werbefreie Abos: Die Mehrheit der Nutzer (77 %) zahlt für ein reguläres Abonnement.
  • Werbefinanziertes Modell: Hat mittlerweile 70 Millionen monatlich aktive Nutzer (~23 % der Gesamtzahl). In einigen Märkten machen diese sogar über 50 % der neuen Anmeldungen aus.

Obwohl das werbefinanzierte Modell günstiger ist, generiert Netflix mit Werbung pro Nutzer inzwischen teilweise höhere Einnahmen als mit klassischen Abos.

Monetarisierung von Netflix-Spielen

Netflix bietet seinen Abonnenten neben Filmen, Serien und Live-Events auch kostenlose Mobile- und Cloud-Gaming-Titel an. Noch sind diese Spiele werbefrei und enthalten keine In-App-Käufe. Einige Experten gehen aber davon aus, dass sich das ändern könnte, um so die Einnahmeseite des Unternehmens weiter zu stärken. Ich übrigens auch, auch wenn ich kein Experte bin. 😉

Fazit

Netflix konnte in den letzten Jahren kontinuierlich überzeugen und Umsatz und Gewinn steigern. Mit neuen Strategien wie der Werbeintegration und Gaming bietet Netflix den Anlegern vielversprechende Wachstumspotenziale und die Zahlen zeigen ein stabiles Geschäftsmodell mit Potenzial für weitere Expansion. Ich bleibe daher weiter investiert und gehe auch zukünftig von einer weiteren Steigerung von Umsatz und Gewinn aus. Starke Rücksetzer werde ich nach Möglichkeit für Nachkäufe nutzen. Durch die Möglichkeit der werbefinanzierten Abos sehe ich im Übrigen auch bei steigenden Lebenshaltungskosten durch wieder anziehende Inflation keine Gefahr darin, dass es zu größeren Kündigungswellen kommt. Selbst User, denen das Angebot nach den sicher noch folgenden Preissteigerungen zu teuer wird, haben so die Möglichkeit, sich für die werbefinanzierte Aboversion zu entscheiden. Sie werden dem Streaminganbieter so auch in Zukunft treu bleiben und ihm weiterhin Cash in die Kassen spülen. Am Ende wird aber auch unsere eigene Zufriedenheit mit dem Produkt dazu beitragen, ob sich die Meinung zur Position von Netflix in unserem Depot ändert und wir sie abstoßen oder weiter ausbauen.

Disclaimer

Anscheinend scheint das wichtig zu sein, deutlich zu machen, falls sich einer berufen fühlt, sich eine Aktie zu kaufen, nur weil er hier davon gelesen hat, dass es sich hier nicht um eine Anlageempfehlung handelt. Daher möchte ich festhalten. Macht euch eure eigenen Gedanken, kauft nichts, nur weil ihr irgendwo bei einem Dude im Netz was gelesen habt. Alles, was ihr macht, ist eure eigene Entscheidung und ich übernehme keine Haftung für Verluste, die ihr bei eurer Anlageentscheidung davontragt. Aktien können steigen, aber eben auch fallen. Wir halten die Aktie in unserem Depot und wir werden nicht regelmäßig darüber berichten. Weder wenn wir kaufen, noch wenn wir verkaufen. Viel Erfolg und happy investing!

Foto von Thibault Penin auf Unsplash

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